24 Tage. 24 Minuten: Tag 1 „Von der Überforderung zum FLOW“

Was meine Life-Balance für meine Persönlichkeitsentwicklung bedeutet.

Ich hatte allen Teilnehmern von 24 Tage. 24 Minuten versprochen, jeden Monat zwei „Kalendertürchen“ – also meine Live-Inputs der Webinare – in unserem Blog detailiert zu beschreiben. Über die VUCA-Welt und ihre Bedeutung für unsere persönliche Entwicklung hatte ich ja bereits im vorletzten Artikel (24 Tage. 24 Minuten. Toolbox für eine VUCA-Welt) berichtet.


Dazu möchte ich Euch allen auch die Möglichkeit geben, die Themen live zu erleben. Denn dann beginnt echte Veränderung. Nur das Tun bringt Euch den Erfolg und die Erreichung Eurer Ziele. Wille x Glaube x Konsequenz. Dafür haben wir die Einzelmodule unserer „Masterclass Leadership“ und „Masterclass Coaching“ für Euch geöffnet, sodass Ihr sie alle einzeln buchen könnt. Entweder Online (und wir arbeiten immer live-online!) oder tatsächlich vor Ort im Hotel Krainerhütte in Baden bei Wien. In einer tollen Umgebung die zum Loslassen inspiriert, das Gelernte mit spannenden Outdoor-Übungen erlebbar macht und damit für ein tiefes, erfahrungsorientiertes Lernen und Entwickeln mit Gleichgesinnten sorgt.



Für die 24 Tage haben wir uns eine ganz bestimmte Logik vorgenommen: wir starten mit „Persönlicher Entwicklung“, gehen von dort über zu „Kommunikation“, zu „Führung und Leadership“ und schließen die letzten Tage mit „Mentaler Stärke“. Warum genau so?


Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch, der etwas im Leben bewegen möchte, bei sich selbst beginnen muß. Will ich multiplikativ sein – egal ob als Spitzenmanager, als Mutter, Vater, Mitarbeiter – muß ich mich selbst kennen. Ich muß meine Stressmechanismen genauso kennen wie meine Stärken und Potentiale. Ich muß wissen, woran ich sinnvollerweise arbeite um meine Energie richtig einzusetzen. Erst dann sind wir multiplikativ.


Daher starten wir mit „Persönlicher Entwicklung“ bei uns selbst und schließen den Kreis mit „Mentaler Stärke“.


Heute möchte ich mich aber auf die zwei Kernthemen aus Tag 1 konzentrieren (um die VUCA-Welt zu managen):


1. Die FLOW-Kurve und die Antwort auf die Frage, warum auch Überforderung bei unserer Persönlichkeitsentwicklung hilft.


2. Den ersten Einblick in die Frage, was „Life-Balance“ mit unserer persönlichen Entwicklung zu tun hat und warum wir nie von „Work-Life-Balance“ sprechen.


1. Die FLOW-Kurve, die ich am ersten Tag unseres Webinars gezeigt habe, führt uns in zwei verschiedene Ebenen der persönlichen Wahrnehmung.


Ich habe die zwei Achsen P = Performance (also unsere Leistung, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt bringen) und t = Zeit (also den Zeitverlauf unserer Entwicklung) beschrieben. Dabei kann es zeitweise so sein, dass wir durch äußere Anforderungen oder eigene Anstrengungen an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit


geführt werden. Wir nehmen diese Ebene, an der die FLOW-Kurve nach oben ausschlägt, als Überforderung wahr. Bleibt diese Überforderung über einen längeren Zeitraum bestehen, kann es zu Überlastungdepressionen (umgangssprachlich „Burn-Out“ führen). Durch bewusste Planung, das Arbeiten mit Mentaltechniken (wie wir sie in unserer Academy lehren), Entspannung, Delegation oder Investitionen in hilfreiche Ressourcen, schaffen wir es aber, diese Überforderung in den Griff zu bekommen. Die Kurve neigt sich wieder nach unten. Es kann nun sogar sein, dass wir bald eine gewisse Unterforderung verspüren. Manchmal nehmen wir diesen Zustand sogar als Langeweile wahr. Hier ist es nun wichtig, unser Ziel vor Augen zu behalten. Ihr habt es zu Beginn Eurer Zielereise z.B. über Euren 10-Punkte-Plan (Umsetzung der 10 Grundregeln aus Tag 5 aus 24 Tage. 24 Minuten) formuliert, aufgeschrieben, vielleicht sogar bildlich dargestellt, also visualisiert, Eure Ziele-Bilder an Euer Visionboard oder den Badezimmerspiegel geheftet, um sie nie aus den Augen zu verlieren. Nun unternehmt Ihr weitere Anstrengungen, arbeitet weiter an Euren Zielen, investiert wieder mehr Zeit.


Die Kurve dreht wieder nach oben. Dabei passiert sie von unten einen Korridor, den ich gleich noch genauer beschreiben werde. Auf hohem Niveau spürt Ihr nun wieder eine starke Belastung - aber positiven Stress (den sogenannten Eu-Stress). Dieser positive Stress entsteht durch „Achievements“. Unser Hirn schüttet bei gefühlten Erfolgen Belohnungshormone aus (Dopamin, Serotonin), wir arbeiten noch viel mehr mit viel Freude, Spaß und Konzentration. Hier gilt aber höchste Achtsamkeit. Denn auch Dinge, die uns Freude bereiten, können unsere körperliche Stärke überfordern, wenn wir mental noch nicht genug trainiert sind. Erfahrene Menschen bringen nun bewusst wieder Entspannung in ihr Leben. Durch Ressourcen (wie Musik, Freunde, Meditation, Sport, frische Luft, Naturerlebnisse). Die Kurve neigt sich wieder nach unten – aber auf einem inzwischen viel höheren Niveau und gleichzeitig werden ihre Ausschläge (Amplituden) kleiner. Der mentale Trainings-Effekt setzt ein. Wie beim Trainieren eines Muskels werden unsere mentalen Helfer stärker (unsere Resilienz, unsere Achtsamkeit, unsere Wahrnehmungsfähigkeit). Und jetzt komme ich wieder zum versprochenen Korridor: wir stellen auf einmal fest, dass es zwischen massiver Überlastung (Burn-Out) und massiver Unterforderung (Bore-Out) einen zunehmend deutlichen Idealzustand gibt. Dieser Zustand hält die Schwankungen unserer Kurve in einem engeren, gesünderen Bereich mit weniger extremen Ausschlägen. Aber auf einem sehr viel höheren Leistungsniveau als zuvor. Dieser Zustand füttert uns mit Glückshormonen, nutzt und steuert gleichzeitig unser Adrenalin (Anspannung/Entspannung) und sorgt damit für Erfolg und dauerhafte Leistungsfähigkeit. Und dieser Zustand ist: unser FLOW. Unser FLOW symbolisiert also den idealen Bereich zwischen Über- und Unterforderung. Und zwar unseren ganz persönlichen Idealbereich. Denn die Ausprägung, Breite, Dynamik dieses Bereichs hängt von unserer Persönlichkeitsstruktur einerseits aber auch von der Begeisterung für unser jeweiliges Ziel, für das Projekt, für eine Beziehung ab.


Tipp: Sehr hilfreich für die aktive Ausschüttung von Dopamin/Serotonin („Achievement“) ist die bewusste Reflexion – der Check – unserer Zielerreichung. Deshalb ist es ja so wichtig, unsere Ziele in Etappen einzuteilen, dass wir uns nach jeder Etappe umdrehen und sagen können: „Schau mal, das hast Du schon alles geschafft. Ich bin stolz auf Dich!“ Und uns vielleicht mit einer netten Kleinigkeit belohnen ;-).


2. Ganz kurz hatte ich am ersten Tag im Zusammenhang mit unserer persönlichen Entwicklung das Thema Life-Balance erwähnt (am zweiten Tag bin ich näher darauf eingegangen).


Hierbei sprechen wir im weitesten Sinne von vier großen Lebensbereichen, die es in Balance zu halten gilt (im letzten Artikel hatte ich sie im Zusammenhang mit unserer Talent-Entwicklung erwähnt). Diese vier Bereiche symbolisieren wir gerne mit Tellern, die wir – wie im Zirkus – auf einer Stange balancieren. Dabei können sich die Teller für eine gewisse Zeit alleine weiterdrehen ohne herunterzufallen. Allerdings benötigen Sie immer wieder das richtige Maß an Aufmerksamkeit, also Energie, einen Anstoß, um sich weiterzudrehen. Sobald wir also einen dieser Lebens-Bereiche für einen längeren Zeitraum ignorieren, er uns vielleicht nicht mehr so wichtig oder temporär vernachlässigbar erscheint, dreht er sich immer langsamer und stürzt irgendwann ganz ab. Hoffen wir, dass er nicht aus Porzellan war.


Die vier Bereiche der Life Balance:

1. Beruf / Karriere (Finanzen)

2. Familie / Freunde / Beziehungen

3. Gesundheit / Körper

4. „Nur für mich!“



Im nächsten Artikel:


· „Die vier Teller auf der Stange“: wie wir unsere vier großen Life-Balance-Bereiche erkennen, messen und auf der Stange balancieren können.

· Was unser „Persönlichkeits-Eisberg“, also die verborgenen Triebfedern, Glaubenssätze, Normen und Werte mit unserer Persönlichkeitsentwicklung zu tun haben.


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Talente und Selbstbewusstsein

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