24 Tage. 24 Minuten: Tag 2 „Talente und Life-Balance“

1. Wo kommen eigentlich meine Talente her, wie kann ich Sie erkennen und entwickeln?


2. Wie funktioniert meine Life-Balance und wie kann ich einfach und unkompliziert bestimmen, ob ich in Balance bin oder nicht?


1. Talente: Am zweiten Tag von 24/24 bin ich im Rahmen des Themas Persönlichkeitsentwicklung auf das sehr starke und plakative Bild unseres Persönlichkeitseisbergs eingegangen.


Dabei steht unser Verhalten (und das Verhalten der Menschen um uns herum) an der leicht erkennbaren Spitze des Eisbergs. Wir sehen oder nehmen wahr, WIE sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten (Indikatoren dafür: Mimik, Gestik, Körpersprache, Tonalität und Wortwahl). Auch unser eigenes Verhalten nehmen wir wahr. Dabei kommt es schnell zu Beurteilungen und Bewertungen und zu vorschnellen Übertragungen des Verhaltens auf den Menschen selbst.


Wir stellen uns nur in sehr wenigen Situationen die etwas mühselig zu beantwortende Frage: WARUM verhält sich dieser Mensch gerade im Moment so (und am Rande erwähnt: was ist mein Anteil)? Um die Frage nach dem WARUM detailiert zu beantworten, müssten wir sehr tief unter die Wasseroberfläche tauchen. In der tiefsten Schicht unseres Persönlichkeitseisbergs liegen unser Werte, Normen, Überzeugungen und Prägungen verborgen. Muster, die uns oft selbst nur schwer zugänglich und erklärbar sind. Wir sprechen hier u.a. von Glaubenssätzen, die wir oft unbewusst übernommen und verinnerlicht haben. Aber auch von angeborenen Verhaltensmustern und psychischen Bedürfnissen.


Diese tiefste Ebene unserer Persönlichkeit beeinflusst in einem nächsten Schritt unsere sogenannten „Triebfedern“, die schon etwas näher an der Wasseroberfläche liegen. Im Rahmen der Talent- und Motivationsanalyse (TMA) lassen sich diese Triebfedern bereits gut erkennen und messen, indem die hohe oder niedrige Ausprägung unserer jeweiligen Bedürfnisse ermittelt wird. In TMA sprechen wir sowohl bei einer sehr hohen Ausprägung dieser Bedürfnisse (im oberen Drittel einer neunstelligen Skala) von Talenten. Aber auch eine sehr niedrige Ausprägung dieser Bedürfnisse (das untere Drittel) wird als Talent bezeichnet. Das mag überraschen, leben wir doch in einer sehr numerisch geprägten Welt, in der eine hohe Ausprägung zumeist als gut und erstrebenswert (ich habe eine hohe „Kontaktfreude“), eine niedrige Ausprägung aber als Optimierungspotential gesehen wird.


Dabei vergessen wir aber sehr oft den entsprechenden „Kontext“ also das Umfeld, in dem dieses Talent zum Einsatz kommen soll. Disbalancen im Leben, eine unstimmige Life-Balance, Frustration im Job oder in der Beziehung, Über- oder Unterforderung entstehen dann, wenn eines oder mehrere dieser Talente nicht zu unserem Umfeld passen.


In meinen Coachings mit Führungskräften und deren Teams stelle ich das seit über 20 Jahren in allen Altersgruppen fest. Jüngere Menschen fragen sich sehr häufig: „Was genau soll ich jetzt eigentlich mit meinem Leben anfangen? Was soll ich beruflich machen? Was kann ich eigentlich so gut, dass ich es als echtes Talent sehen kann?“ Spreche ich mit sehr erfahrenen Führungskräften, klingen diese Fragen teilweise schon wieder sehr ähnlich: „War es das jetzt? Was kommt noch? Was will oder was wollte ich eigentlich im Leben erreichen? Habe ich die letzten 30 Jahre das gemacht, was mir Spaß und Freude bereitet und mich und mein Umfeld erfolgreich gemacht hat?“

Dabei wissen wir, dass Menschen dann besonders erfolgreich sind, wenn Sie (zufällig oder durch bewusste Analyse und Reflexion) den Job oder die Aufgabe im Leben gefunden haben, die zu ihren Talenten passen.


Es geht also nicht darum, sich selbst und seine eigenen Talente auf Biegen und Brechen an sein Umfeld anzupassen, seine Stärken einer Stellenbeschreibung zu unterwerfen, sondern die Aufgabe zu finden, die wirklich zu den Stärken der jeweiligen Persönlichkeit passt.


Es ist ungleich wirkungsvoller, effizienter, sogar einfacher, Stärken zu stärken. Denn dabei erhöht sich das eigene Energielevel. Schwächen zu schwächen belastet uns auf der anderen Seite doppelt. Wir haben keine Freude an den Themen, mit denen wir uns permanent beschäftigen und müssen uns dauerhaft mit den negativen Folgen beschäftigen, die daraus resultieren (schlechtes Feedback, Kritik, mangelnde Zielerreichung…). Psychologen sprechen hier vom Unterschied zwischen Erhaltungs- und Zielstress. Erhaltungsstress entsteht dann, wenn wir nur damit beschäftigt sind, ohne erreichbares, erstrebenswertes, uns wertvoll erscheinendes Ziel einen Status Quo aufrechtzuerhalten, um ja nicht in einen noch schlimmeren Zustand zu geraten. Diesen Erhaltungsstress haben viele von uns in späteren Lockdown-Phasen erfahren, als nicht mehr klar war, wie lange dieser Zustand eigentlich noch zu ertragen sein wird.


Außerhalb der eigenen Talente zu arbeiten, löst vergleichbare und dauerhafte Erhaltungsstress-Symptome aus (unser Körper schüttet permanent Adrenalin aus, baut es nur mühsam wieder ab, es kommt zu wenigen ausgleichenden Erfolgserlebnissen, die Nagativspirale setzt ein). Arbeiten wir mit unseren Talenten, erhöhen wir unsere Arbeitszufriedenheit, Erfolge stellen sich ein, der Körper reagiert mit Belohnungsimpulsen und Glückshormonen. Wir kommen in eine Erfolgs-Spirale. Diese positiven Stress-Symptome (man spricht auch von Eu-Stress) kommen durch die Sinnhaftigkeit unserer Arbeit zustande, durch kleine, mittlere und größere Erfolgserlebnisse, durch das Gefühl (und die Bestätigung) selbst wirksam zu sein und Probleme lösen zu können.


Nehmen wir also unstimmiges Verhalten an der Eisbergspitze wahr, ist es Zeit, tiefer zu tauchen und nach den Gründen zu forschen. Alleine oder mit Unterstützung eines erfahrenen Begleiters, einer erfahrenen Begleiterin.


2. „Life Balance die Zweite“.


Sobald wir unsere Talente kennen, ist es einfacher, unsere Balance im Leben zu halten. Wie wichtig diese Balance ist und wie sich eine Disbalance auf unser Leben auswirkt habe ich in den letzten Artikeln beschrieben. Nun geht es darum, eine hilfreiche Skala in unsere persönliche Life-Balance einzubauen, um Disbalancen zu erkennen und bei Bedarf schnell gegensteuern zu können.


Dabei hilft unsere „Life-Balance A-Z-Analyse“. Und die funktioniert so:

Nehmen wir zunächst unsere vier zu balancierenden Teller und stellen uns jetzt die Frage, wieviel Aufmerksamkeit (A) wir jedem dieser vier Teller zukommen lassen. Dabei verteilen wir 100% unserer gefühlten Aufmerksamkeit (in der Regel den dafür eingesetzten Zeitaufwand) auf die vier Teller.


1. Beruf / Karriere (Finanzen) A:

2. Familie / Freunde / Beziehungen A:

3. Gesundheit / Körper A:

4. „Nur für mich!“ A:


Danach checken wir unsere empfundene Zufriedenheit (Z) für jeden einzelnen Teller. Dabei geben wir jedem Teller einen Zufriedenheitswert auf einer Skala von 0-100%. Kommen wir jetzt zur Analyse: je größer die Abweichung zwischen A und Z, desto größer der Handlungsbedarf bzw. das Optimierungspotential. Steht also unser A beim Teller „Beruf“ auf 70% und unser Z auf 10%, sollten wir mittelfristig handeln, um wieder in Balance zu geraten. Steht unser A beispielsweise bei „Gesundheit“ bei 10%, unser Z bei 80%, so haben wir noch Spielraum. Also ran ans Werk.


Mit dieser vergleichsweise einfachen A-Z-Methode können wir sehr gut und immer wieder analysieren und steuern. Und damit unsere Life-Balance zu einem festen Bestandteil unserer persönlichen Entwicklung machen.


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