Warum wir uns mit dynamischen Veränderungen so schwer tun

Wir leben in einem extrem veränderlichen Umfeld. Regeln von gestern gelten heute nicht mehr. Dinge, Zustände, Organisationen, ganze Nationen und Staatengebilde, die vor wenigen Jahren unumstößlich schienen, sind heute Geschichte. Besonders Unternehmen spüren diese Veränderungen und diese unvorstellbare Dynamik. Sie verhält sich in manchen Bereichen sogar exponentiell. Nur leider können wir Menschen nicht in Exponentialfunktionen denken. Wir denken linear und können daher weder diese Dynamik noch die entstehenden Konsequenzen abschätzen.


Dazu ein kleines Experiment beginnend mit einer Frage: Wie weit ist die Erde von der Sonne entfernt? Genau. 150 Millionen Kilometer. Euer Beitrag: bitte faltet jetzt einmal ein Blatt Papier in der Mitte. Nun nochmal, und nochmal. Wie oft schafft Ihr das? Nicht oft. Vielleicht vier, fünf Mal. Ab in die Theorie: wie oft müssten wir wohl dieses Blatt Papier falten, dass es - sofern wir das beliebig oft könnten und beliebig viel Papier zur Verfügung stünde - als Stapel von hier bis zur Sonne reicht? Also 150 Millionen Kilometer hoch wird.

Es sind unglaublich wenige 50 Mal! Wenn Du das falsch eingeschätzt hast, bist Du in bester Gesellschaft. Die wenigsten Menschen kommen auch nur annähernd auf diese 50 Mal. Denn 150 Millionen km sind weit, der Effekt der permanenten Verdopplung aber gewaltig. Das Problem: wir können nicht in diesen Exponentialfunktionen denken. Auch das berühmte Experiment des Weizenkorns auf dem Schachbrett (es war in Wirklichkeit kein Reiskorn ;-)) zeigt uns diese unvorstellbare Dynamik. Denn legen wir ein Weizenkorn auf das erste Feld des Schachbrettes und verdoppeln es mit jedem Feld, brauchen wir für das letzte Feld Nr. 64 die 1.000-fache Menge der jährlichen weltweiten Weizenproduktion. Auf Feld Nr. 64 lägen 922 Milliarden Tonnen Weizen.


Und denken wir daran, wenn wir den nächsten Veränderungsprozess gestalten dürfen: diese Dynamik können wir nur bedingt managen sie aber nie wirklich beherrschen.